Ich kannte dich seit dem Schwimmunterricht,
sah dich kraulen mit bravem Gesicht.
Ich war vielleicht sechs, du höchstens sieben,
damals durfte man Mädchen nicht lieben.
Später, ich schreib es hier schwermütig nieder,
sahen wir uns in der Fünften wieder.
Schulbänke auseinander schieben –
und immer noch durfte man Mädchen nicht lieben.
Ein paar Jahre drauf, ich hoffte es schon,
feierten wir die Konfirmation.
Du und dein Kleid, als ich euch sah,
ahnte ich langsam, was Liebe war.
Ich schummelte mich durchs Abitur,
du nahmst es mit Leichtigkeit, wie alles nur.
Mit Zeugnis und Freund, das letzte Mal ich dich sah:
Ich wusste schon längst, was Liebe war.
Du begannst ein Studium der Biologie,
ich sah dich nicht selten, ich sah dich nie!
Du lerntest Formeln, irgendwo hier im Land
Da war bei mir längst die Liebe entflammt.
Tobias meint dich gesehen zu haben,
am Nordseestrand, mit einem anderen in deinen Armen.
Ich wünschte, er hätte es niemals erzählt,
zum ersten Mal fand ich, dass Liebe quält.
„Andere Mütter haben auch schöne Töchter“,
Hass dem Verfasser und dem Verfechter.
Ich habe die Mütter kennen gelernt
und mich darauf von den Töchtern entfernt.
Wo magst du sein, was wirst du grad tun?
Und wann werden all diese Fragen ruh’n?
Kennst du mich noch? Mich überhaupt?
Hast du mich jemals angeschaut?
Ich werde dich googeln, mich mit Fotos ernähren.
Ich werde dich googeln, du kannst dich nicht wehren.
Ich werde dich googeln, ohne dass du es weißt.
Ich werde dich googeln, weil ich weiß, wie du heißt!
Ich tipp deinen Namen, kann es kaum erwarten,
die Suchanfrage jetzt endlich zu starten.
Mit Gier drück ich Tasten, doch vom Ergebnis geschunden:
„Keine übereinstimmenden Dokumente gefunden!“
Samstag, 13. Dezember 2008
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1 Kommentar:
!!!
gut soweit gut
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